Hypophyseninsuffizienz

Wenn die Hypophyse nicht mehr ausreichend oder ungenügend Hormone produziert, spricht man von einer Insuffizienz oder auch Schwäche der Hypophyse. Heute können fast alle fehlenden Hormone durch eine tägliche Tabletteneinnahme ersetzen.

Man unterscheidet eine "totale" (vollständige) von einer "partiellen" (teilweisen) Hypophyseninsuffizienz. Die Ursachen einer Insuffizienz sind unterschiedlich, häufig tritt ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse auf, der auf den gesunden Teil der Hypophyse drückt und so zu einer verminderten Ausschüttung an Hormonen aus der Hypophyse führt.

Die Hauptbeschwerden bei einer Hypophyseninsuffizienz hängen von den fehlenden Hormonen ab. Wie an anderer Stelle bereits beschrieben werden in Hypophyse Hormone produziert, die andere Drüsen im Körper zur Hormonproduktion anregen. Je nach Fehlen des Hormons, resultieren unterschiedliche Beschwerden.

Das Wachstumshormon (Somatotropes Hormon, STH)

Das Wachstumshormon ist in der Kindheit entscheidend für die körperliche Entwicklung und das Wachstums. Bei einem Mangel in der frühen Kindheit kann es zu einem Wachstumrückstand kommen. Bei einem Mangel im Erwachsenenalter verändert sich die Verteilung von Körperfett und Muskulatur, Muskeleiweiss wird abgebaut und der Anteil an Fettgewebe nimmt zu.

Das adrenocorticotrope Hormon (ACTH)

Das ACTH stimuliert die Ausschüttung von Cortisol in der Nebennierenrinde. Das körpereigene Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon. Es reguliert die Antwort des Körpers auf Reize aus der Umgebung wie Infektionen, Stress und Hunger. Cortisol wird auch für die Wirkung anderer Hormone benötigt. Ein schwerer Cortisolmangel kann lebensbedrohlich sein, da die lebenswichtigen Reaktionen auf Reize in einer Situation eines Mangels nicht reguliert werden können. Bei einem Mangel an Cortisol kommt es zu Gewichtsabnahme, Leistungsschwäche, niedrigem Blutdruck, Abgeschlagenheit, Erbrechen und Übelkeit. Ein Mangel an Cortisol kann lebensbedrohlich sein, so dass Patienten und Angehörige über den Mangel gut informiert werden müssen, um in einer Notfallsituation entsprechende Schritte in die Wege leiten zu können.

Das die Schilddrüse stimulierende Hormon (TSH)

Das in der Hypophyse ausgeschüttete TSH regt die Schilddrüse an Schilddrüsenhormon (Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)) freizusetzen. Im Allgemeinen ist das Schilddrüsenhormon für den Energieverbrauch und den Grundumsatz des Körpers verantwortlich.Bei einem Mangel an TSH werden Symptome wie Antriebsmangel, Müdigkeit , Konzentrationsstörungen beobachtet. Auch trockene Haut, Verstopfung  und niedriger Blutdruck können auftreten.

Luteinisierendes Hormon (LH), Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

LH und FSH bewirken die Bildung von Geschlechtshormonen in den weiblichen und männlichen Geschlechtsdrüsen. Diese Hormone regeln den weiblichen Zyklus und ermöglichen die Entstehung einer Schwangerschaft. Ein Mangel an diesen Hormonen kann zu einem Ausbleiben des weiblichen Zyklus führen. Beim erwachsenen Mann macht sich ein Mangel durch Abnahme an Muskelmasse und verminderter männlicher Körperbehaarung bemerkbar. Auch ein Libidoverlust wird beobachtet.

Antidiuretische Hormon (ADH)

Das ADH ist für die Steuerung des Wasserhaushaltes, die Flüssigkeitsaufnahme und das Durstgefühl wichtig. ADH steuert die Konzentration von Blutsalzen und die Wasserrückgewinnung im Körper. Wenn kein ADH produziert wird kann der Harn nicht konzentriert werden und es werden mehrere Liter Urin (10-20Liter) am Tag ausgeschieden.

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