Der Morbus Cushing

Eine hypophysäre Überproduktion von ACTH (= Adenocorticotropes Hormon) führt zum Krankheitsbild des hypophysären Cushing-Syndroms welches auch Morbus Cushing genannt wird.
Durch die verstärkte ACTH-Produktion in der Hypophyse kommt es zu einer Erhöhung der Cortisolproduktion in den Nebennieren. Eine Überproduktion von Cortisol führt zu verschiedenen Veränderungen des Körpers. So können eine Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Büffelnacken oder eine pergamentdünne Haut auftreten. Weitere typische Veränderungen sind Muskelschwäche, gehäufte Hämatomneigung, Akne, Striae distensae (dunkelrote "Schwangerschaftsstreifen") und eine verstärkte Körperbehaarung (insbesondere bei Frauen). Darüber hinaus findet sich häufig ein Diabetes mellitus, ein arterieller Hypertonus (=Bluthochdruck) und eine Osteoporose- auch spontane Knochenbrüche nach Bagatellverletzungen sind nicht selten.

Die Diagnosestellung des Morbus Cushing kann sehr schwierig sein. Sorgfältige Hormonbestimmungen im Blut und spezielle Funktionstests führen zur Diagnose. Eine ergänzende Kernspintomographie der Hypophysenregion  erfolgt, wenn laborchemisch die Diagnose eines ACTH produzierenden Tumors gestellt wurde. Typischerweise finden sich häufig trotz einer langen Krankengeschichte überwiegend kleine Tumoren in der Hypophyse.

Ist die Diagnose laborchemisch gestellt, erfolgt die Planung der Therapie in einem interdisziplinären Team von Neurochirurgen und Endokrinologen.

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